2006

Tolle Atmosphäre beim Landeswettbewerb der Jagdhornbläser

Text und Foto: Flensburger Tageblatt/Wilhelm van de Loo


Gute landesweite Jugend- und Breitenarbeit zahlt sich aus
Mehr als gewünscht wurden die etwa 800 Teilnehmer am 50. Landeswettbewerb der Jagdhornbläser in Glücksburg von der Sonne verwöhnt. Hochsommerliches Wetter und eine herrliche grüne Kulisse im Kur- und im Schlossgarten unterstützten das Organisationsteam um die Landesbläserobfrau Mandi-Rose Wargenau-Hahn aus Steinbergkirche beim reibungslosen Ablauf des 28. Pflichtwettbewerbs.
Insgesamt 43 Bläsergruppen traten am Vormittag in fünf Wertungsklassen an und zeigten ein hohes Leistungsniveau. Ausschlaggebend sind nach Auffassung von Wertungsrichter Prof. Uwe Bartels Motivation und Übungsintensität. Die Lippen mitsamt ihrer Muskulatur müssten als Erzeuger der Tonschwingungen gut trainiert sein. Seine Kollegin Dr. Christiane Kuthe aus Sittensen in Niedersachsen hat eine eindeutige Erklärung für die überzeugenden Ergebnisse: „Der Landesjagdverband Schleswig-Holstein macht eine sehr gute Jugend- und Breitenarbeit.“
Für dessen Präsident, Dr. Klaus Baasch aus Felde am Westensee, ist das Horn und seine Musik Teil des jagdlichen Kulturgutes. Daneben sei es, so Kreispräsident Johannes Petersen als Schirmherr des Wettbewerbs, bei der Jagd als Informations- und Befehlsmittel unverzichtbar. Das gemeinsame Abschlusskonzert am Nachmittag im vollbesetzten Kurgarten präsentierte dem Publikum das ganze Spektrum jagdlicher Musik. Bei der anschließenden Siegerehrung erreichte in den Wertungsgruppen mit dem (kleinen) Pless-Horn das Bläserkorps Steinburg bei den Anfängern mit erstmaliger Wettbewerbsteilnahme (C) den ersten Platz, bei den Fortgeschrittenen (B) die Jugendgruppe Holm II aus dem Kreis Pinneberg und in der Leistungsklasse (A) das Bläsercorps Lübeck. In der Gruppe G mit gemischter Besetzung (Pless- und Parforcehorn, beide in der Tonart B) ging der Sieg erneut nach Holm an die Jugendgruppe I. Bei der Gruppe ES mit dem in dieser Tonart gestimmten Parforcehorn in der Tradition der französichen Reitjagd gab es einen Heimsieg für die Bläsergruppe „Angeliter Parforce“. Bereits am Vorabend waren diese drei Hörnerarten zum Einsatz gekommen, als 60 Bläser unter Leitung von Michael Mull zusammen mit Pastor Thomas Rust im Schlosshof eine eindrucksvolle Abendandacht gestalteten. Viele der Teilnehmer empfanden dabei die Musik der ES-Hörner als besonders eindringlich. Mull, Musikpädagoge und Lehrer für Blechblasinstrumente in Lübeck, hat dafür eine einleuchtende Erklärung. „Die innere Schwingung des Menschen entspricht der Tonart ES.“

 

 

Hubertusmesse mit Hörnerklängen in der Söruper Kirche

Hirschlegende als Segenszeichen und Mahnung, die Schöpfung zu bewahren. Die vielfältige Gebrochenheit dieser Welt stellte Pastorin Peggy Kersten in den Mittelpunkt ihrer Predigt bei der Hubertusmesse in der vollbesetzten St. Marien-Kirche zu Sörup. Jagen
und Sammeln seien die ersten Tätigkeiten des Menschen gewesen, abhängig von und ganz im Einklang mit der Natur. Danach sehnten sich viele zurück. Die Realität heutzutage sehe aber oft anders aus. „Da steht das Fertiggericht in der Mikrowelle – Wildragout mit Rotkohl und Klößen.“ Die Herkunkt des Fleisches sei zumeist unbekannt, das Etikett vielleicht ausgetauscht.
Der wilde Jäger Hubertus wäre durch die Begegnung mit dem Hirsch und dem leuchtenden Kreuz in dessen Geweih bekehrt worden und habe den Segen Gottes erfahren. Diese Legende rufe sowohl dazu auf, behutsam mit der Schöpfung umzugehen und nicht das Letzte aus ihr herauszupressen als auch dazu, empfangenen Segen weiterzugeben.
Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von der Gruppe „Angliter Parforce“ unter Leitung von Mandi-Rose Wargenau-Hahn. Der Klang der in der Tonart „Es Dur“ gestimmten Parforce-Hörner mit seiner wahrhaft rauhen Eindringlichkeit kam in der Kirche voll zur Geltung. Zu Beginn las Wolfgang Otzen die alttestamentarische Schöpfungsgeschichte in ihrer niederdeutschen Fassung. Karl-Jakob Wree trug die „Gedanken eines Jägers“ vor. Er rief dazu auf, die Natur in ihrer ganzen Vielfalt und Schönheit zu erhalten und – mit den Worten eines alten Gebetes – „den Schöpfer im Geschöpfe zu ehren“.
Die Kollekte des Gottesdienstes wurde eingesammelt durch fünf St. Laurentius-Pfadfinderinnen. Bei ihnen in Sterup werden junge Menschen der gesamten Region mit der Natur vertraut gemacht, ihre Arbeit soll auf diese Weise unterstützt werden. Der Hubertusmesse vorausgegangen war ein von Anke Jens geleitetes jagdliches Konzert der Bläsergruppen Gelting/Sörup und Streichmühle. Sie hatten auch den eigentlichen Gottesdienst mit dem Signal „Begrüßung“ eingeleitet.

Text und Foto: Flensburger Tageblatt / Wilhelm van de Loo

 

Don`t copy text!

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Information zu Cookies:
Diese Internetseiten verwenden teilweise so genannte Cookies. Cookies richten auf Ihrem Rechner keinen Schaden an und enthalten keine Viren. Cookies dienen dazu, unser Angebot nutzerfreundlicher, effektiver und sicherer zu machen. Cookies sind kleine Textdateien, die auf Ihrem Rechner abgelegt werden und die Ihr Browser speichert. Die meisten der von uns verwendeten Cookies sind so genannte „Session-Cookies“. Sie werden nach Ende Ihres Besuchs automatisch gelöscht. Andere Cookies bleiben auf Ihrem Endgerät gespeichert, bis Sie diese löschen. Diese Cookies ermöglichen es uns, Ihren Browser beim nächsten Besuch wiederzuerkennen. Sie können Ihren Browser so einstellen, dass Sie über das Setzen von Cookies informiert werden und Cookies nur im Einzelfall erlauben, die Annahme von Cookies für bestimmte Fälle oder generell ausschließen, sowie das automatische Löschen der Cookies beim Schließen des Browser aktivieren. Bei der Deaktivierung von Cookies kann die Funktionalität dieser Website eingeschränkt sein.

Schließen